Schrötter
Elektrotechnik

Tchibo.de - Jede Woche eine neue Welt!

Musikantendorf Hundeshagen

  • Musikantendorf Hundeshagen in Vergangenheit und Gegenwart
    zusammengestellt vom Ortschronisten Gerhard Trunkhan
  • Hundeshagen liegt ungefähr in der Mitte des Eichsfeldes, in einem anmutigen Tale, rings von bewaldeten und sanft ansteigenden Höhen umschlossen. Ein Bach, mit den Namen "Nisse" schlängelt sich durch das Straßendorf und zählt heute (2005) ca.1300 Einwohner.Der ursprüngliche Dorfkern befand sich im Bereich der heutigen Straße "Kiel".

    1282   urkundliche Ersterwähnung als Hundeshagen (wahrscheinlich       15.04. von Huno's Hagen) Die Ritter von Westernhagen erwarben das Patronatsrecht der Kirche von Hundeshagen vom Kloster Teistungenburg.
    1312 Graf Otto von Lutterberg (Schloss zu Lauterberg) übertrug seine Voigtei über Hundeshagen dem Adelsgeschlecht von Westernhagen
    1370   Die von Westerhagen bewilligten dem Pfarrer von Hundeshagen     einen Zins von 2 Schillingen für heilige Messen
    1551 Eine Liste belegt für Hundeshagen 28 Steuerzahler der        sogenannten Türkensteuer
    1570   Alle Westernhagen'schen Dörfer führten wegen drückender       Dienstbarkeit Klage beim Reichskammergericht zu Speyer.Diese Klage führten die Dörfer mal mehr, mal weniger heftig bis 1573. Ob die Bewohner je Erleichterung ihrer Frondienste erreichten, ist nicht bekannt.
    1574-1635 Unter dem Einfluss derer von Westernhagen wenden sich die    Einwohner Hundeshagens dem Protestantismus zu
    um 1599 Entsprechend einer Aufzeichnung aus dieser Zeit, sollen      Hundeshagener Volksmusikanten mit Dudelsack und Klarinette in verschiedenen Orten zum Tanze aufgespielt haben.
    1608   543 Einwohner des Dorfes wurden zur katholischen Religion       bekehrt
    1618-1648 Der 30 jährige Krieg geht an Hundeshagen recht glimpflich    vorbei, aber er belastet das Dorf finanziell doch sehr stark
    1635   Die drei Westernhagen'schen Prediger wurden des Landes      verwiesen
    1699   Seit dieser Zeit existieren die Kirchenbücher in Hundeshagen.   Die ersten Eintragungen sind folgende: Am 02.Januar 1699 ist Nikolaus Blase seine eheliche Hausfrau begraben. Am 20.Januar 1699 hat Hans Wilhelm Lindenschmidt eine Tochter taufen lassen, die den Namen Anna Margaretha erhielt. Die Paten waren Markus Jünemann und die Tochter von Hans Ferse, namens Margaretha. Am 28.Oktober 1699 sind Andreas Borchardt und Margaretha Sauer kopuliert
    um 1700   Die Herren von Westernhagen gründen unterhalb der Burg      Osternhagen auf ihrem eigenen Grund und Boden die Kolonie "Freiheit".  Aufgenommen wurde jeder, der den Schutz bezahlte. Diese Leute erhielten außerdem noch einen Bauplatz für ein eigenes Häuschen. Weiteres Land bekamen sie jedoch nicht und so fehlte es ihnen an lohnender Beschäftigung. Kümmerlich ernährten sie sich als Wollkämmer, Lumpensammler, Besenbinder, Korbflechter, Dachdecker, Kesselflicker und dgl.
    1736 Das Dorf hat 498 Einwohner
    1747   Unter A 37 a XIX Justizwesen ist im Archiv zu Magdeburg folgendes Aktenstück zu finden. Es trägt die Überschrift: "Landespolizeiliches Vorgehen gegen das in Westernhagen'schen Gericht angesiedelte Gesindel". Die Regierung in Heiligenstadt berichtete nach Mainz, dass seit mehr als 50 Jahren die von Westerhagen in ihrem       Gerichtsbezirke sehr viele kleine Häuser und Hütten bauen. Sie ließen es auch geschehen, dass die Anbauer auch noch Einmietlinge aufnehmen dürften, die recht eine verdächtige Lebensweise hätten. Unter dem 17.03.1747 berichtet Hagen von Heiligenstadt, dass in den Dörfern Berlingerode, Bleckenrode, Teistungen und Hundeshagen sich sogenannte Freiheitshäuser befinden, die mit Erlaubnis der Herren von Westernhagen gegen gewisse Abgaben zu bauen erlaubt würde. Den Anbauern wurde gestattet, so viele Einmietlinge anzunehmen, wie sie wollten. Jeder Einmietling musste jährlich an den Herren von Westernhagen, als Grundherren, den sogenannten Häuslingstaler geben. Wenn er seine Wohnung wechselte, muss der den Taler wieder bezahlen. Berlingerode hatte 25, Bleckenrode 9, Teistungen 3 und Hundeshagen 31 Freiheitshäuser. Genannt werden unter anderem folgende Namen: Barbara Döring, Hans Hund, Martin Rückemesser, Hans Schmalstieg, Maria Hackert, Hans Joachim Müller, Christoph Jakobi, Simon Döring, Barbara Dette, Johann Müller, Rachel Kellner, Christian Erhardt, Berndhard Urbach, Hans Heurich, Barbara Kirsch, Konrad Gerwich, Hans Wolf, Jonas Müller, Christian Weißenstein, Bernhard Schmalstieg Hans Adam Lange, Bastian  Schulze, Christian Waldhelm, Friedrich Hartung, Hans Georg Groll und Christoph Krippendorf.
    Der Kurfürst bestimmt: "Was steht soll stehen bleiben, neue Freiheitshäuser dürfen nicht mehr gebaut werden. Verdächtige Personen sind aus den Häusern zu schaffen. (15.04.1747)"
    1771-1772   Es war eine solche Hungersnot, dass in diesem Orte 100 Personen an Hunger gestorben sind und alte Menschen sahen aus wie "Tote Leichen". Das Korn war nicht allein teuer, sondern es war keines zu haben, man hatte manchmal in zwei, drei oder vier Wochen keine Mundvoll Brot und auch nichts zu kochen. Gras und Brennessel musste man essen wie das Vieh. Gott behüte jeden Menschen für solch eine Zeit.
    Karl Wüstefeld "Kloster Teistungenburg":
    In den Jahren 1771/1772 waren infolge der nasskalten Witterung die Ernten schlecht ausgefallen. Die Fruchtpreise erreichte eine ungeahnte Höhe und es entstand auf dem Eichsfelde eine große Hungersnot. Der Mangel an Nahrungsmittel war so groß, dass die armen Leute Gras, Disteln, Heddrich, Löwenzahn und andere Kreuter kochten und verzehrten. Aus Kleie und Wasser backten Sie ein hartes und sehr schwer zu verdauendes Brot. Sogar Fleisch von tot gegangenen Tieren wurde verzehrt. Infolge der schlechten Nahrung brachen mancherlei Krankheiten aus und viele Menschen starben. Von großem Segen für die Gegend und Bevölkerung war damals das Kloster Teistungenburg, das sich der Armen erbarmte und seinen ganzen Vorrat an sie verteilte. Täglich  erhielten daselbst 1500 Personen ihr Brot. Die vorbeiziehenden Wanderer sind in der Summe nicht enthalten.
    1773   Die Ernte war ziemlich gut, aber es gab eine große Mäuse      plage.
    1780 Ein Herr Namens Josef Neumann aus Böhmen, verheiratet mit        einer Frau Elisabeth Sibilitz aus Hundeshagen, spielte eine ganze Reihe Instrumente. Seine Frau Elisabeth war ebenfalls sehr musikalisch und erlernte das Spielen auf der kleinen, sogenannten böhmischen Begleitharfe.
    um 1789 Die Eheleute zogen von Ort zu Ort und spielten auf Festen    zum Broterwerb. Sie unterrichteten in Hundeshagen und besonders in der Kolonie "Freiheit" viele Personen in den verschiedensten Instrumenten. Die Mädchen und Frauen erlernten das Harfen- und Gitarrenspiel, die Burschen und Männer wandten sich der Fiedel und dem Flötenspiel zu. Da die wirtschaftlichen Möglichkeiten besonders in der "Freiheit" wegen fehlenden Grund und Bodens sehr eingeschränkt waren und Handwerk allein zu Broterwerb im Dorf ebenso wie im gesamten Eichsfeld nicht ausreichte, entwickelte sich neben den Wanderhandwerkern in Hundeshagen eine neue Erwerbsgruppe, die Wandermusikanten. Damit entwickelte sich hier, ein für diese Gegend einzigartiges Handwerk.
    1790 Aus dem Kirchenbuch :  Pfarrer Kachel stammt aus Breitenbach und war Pfarrer von Berlingerode von 1775-1808 und berichtet:
    Hundeshagen hat in diesem Jahre 107 Familien, 465 Einwohner und 345 Kommunikanten die Freiheit 24 Familien, 126 Einwohner und 86 Kommunikanten. In Hundeshagen befinden sich auch einige Lutheraner aber keine Juden. Als Gehalt des Lehrers werden 50 Gulden angegeben. Einen Kaplan hatte der Pfarrer in diesem Jahr nicht und die Franziskaner von Worbis mussten Sonntags aushelfen.
    1793   Zwischen dem 21. und 22.September fiel in der Nacht 1/2 Fuß hoher Schnee, so das die Bäume davon zerbrochen sind. Danach war wieder herrliches Herbstwetter.
    1794   hat das Korn auf Markus geschoßt, 12. Mai geblüht und Jakobi wurde der Weizen reif.
    1796   19.Dezember in Hundeshagen ein emigrierter französischer Priester gestorben und begraben, Josef Janwel, er lebte hier 1 Jahr, 7 Wochen. Die Leute haben ihn erhalten. Die Franziskaner Paters in Worbis haben in Hundeshagen und Ferna fleißig ausgeholfen. Nach Aufhebung des Klosters Gerode lebte ein Exconventual dieses Klosters: Aloys Seesd in Hundeshagen, dann der Exconventual Adrian Fromm (Reifenstein) war gestorben 1825. Hundeshagen hat 465 Einwohner, die Kolonie Freiheit 126.
    1798   Es entstanden in kürzester Zeit eine große Anzahl von Musikkapellen. Die Harfenistenkapellen, so nannte man bald diese Orchester, waren klein. Gewöhnlich bestanden sie aus höchstens 3-4 Personen, darunter auch Mädchen und Frauen, denen der sogenannte Chorführer vorstand.
    um 1800 Erste Blasorchester entstehen. Sie sind mindesten mit 6-8 Musikern größer als die kleinen Harfenkapellen und werden von Männern gebildet.
    1801 Das Eichsfeld kommt von kurmainzischer unter die Herrschaft Preußen's.
    1802 Hundeshagen wird offiziell preußisch. Am 25.Juni starb der letzte Erzbischof und Churfürst von Mainz, zu welchem Staate seit 1000 Jahren des Eichsfeld gehört hatte. Schulze (Bürgermeister) war damals Heinrich Hüther unter dem Johann Franz Kachel. Ignaz Maring war Schullehrer. Die Frucht war teuer.
    1804   Die Frucht wurde noch teurer und stieg. Das Malter Korn stieg bis Ende des Jahres über 10 Thaler.
    1805   Es stiegen die Preise für Früchte noch mehr, so daß Korn aus dem Auslande herangeholt werden mußte, um den Hunger zu entrinnen.
    1806   Nach Napoleons Sieg in der Schlacht bei Jena/Auerstädt wird auch das Eichsfeld durch die Franzosen besetzt. Am 18.Oktober kam die Retirade des Kgr. Corps, das der Herzog von Weimar und Prinz von Braunschweig führten, durch diese Gegend. Dann folgten unmittelbar die Besatzungen der Franzosen. Pfarrer Lillingen war Pfarrverweser.
    1807   1. Stiftung der Freischule (Stifter Christoph Sauer) Hundeshagen wurde dem neu errichteten Königreich Westfalen zugeordnet.
    1808   Eine Volkszählung der französischen Regierung ergibt für Hundeshagen 764 Einwohner und für die Kolonie "Freiheit" 62 Einwohner. Es geschah die westfälische Organisation.
    1809 Es waren Schill und der Herzog von Braunschweig in der Nähe von Hundeshagen.
    1810   Es wurden die englischen Waren verbrannt.
    1811   Es wurde der Zug nach Rußland vorbereitet. Am 18.April 200 Stück Schafe zum treiben von den Herren von Westernhagen.
    1812 Es wurde der Zug nach Rußland voll umgesetzt zum Unglück für Napoleon Ponaparte und dessen Bruder Hieronymus, König von Westphalen.
    1813   Es wurden die Franzosen über den Rhein wieder zurück gejagt. Das Königreich Westphalen hatte ein Ende und die Krone Preußen's nahm abermals Besitz vom Eichsfeld und damit auch über Hundeshagen.
    1814   Es erfolgte am 30.03. der Einzug der verbündeten Östereicher, Preußen und Russen in Paris. Josef Mollenhauer wurde Schulze (Bürgermeister)
    1815   Am 18. Juni wurde die Schlacht von Belle Alliance geschlagen und Frankreich ist stolz. Paris wurde zum zweitenmal erobert, wo auch viele Eichsfelder dabei waren.
    1816   Ein Teil Frankreichs blieb besetzt. Witwe Eleonore Weinrich aus Reinholterode stiftete 600 Thaler für die Freischule in Hundeshagen. Am 28. Oktober ist Heinrich Föllmer Schullehrer. Die Fruchtpreise steigen wieder an. Der Kreis Worbis wurde gegründet und Hundeshagen diesem zugeordnet. Es gehört somit zum Regierungsbezirk Erfurt in der Provinz Sachsen.
    1817   Am 5.Mai wurden durch den Definitor Monecke in der Kirche zu Berlingerode die Schulkinder von Hundeshagen geprüft. Das Urteil lautete: "Im Lesen ,Schreiben und Rechnen waren die Kinder sehr zurück. Kein Wunder, denn selbst in der Kirche während der       Prüfung war der Schullehrer Föllmer berauscht.
    Die Fruchtpreise stiegen weiter an.
    1818   Die Fruchtpreise sind wieder gefallen.
    1821   Es waren Ende April und Anfang Mai schon Gewitter.       Pferdearzt Ulrich Hartmann starb am 7.März. Er war 100 Jahre alt geworden.
    1823   Die alte Kirche wird wegen Baufälligkeit gesperrt. Am 25. März starb der wohlberühmte Ackersmann und Handelsmann Christoph Sauer in Hundeshagen. Er war der erste Spender mit 300 Thaler für die Freischule in Hundeshagen im Jahre 1807. Er war 67 Jahre alt.
    1825 Am 24.Januar starb nach einem Schlaganfall Herr Pater Adrian Fromm, Exconventual Cisterzienser Ordens Kloster Reifenstein, der seit 1818 vom 10. Juni an bei dem Gastwirt Karl Hüther gewohnt hatte in königlicher Pension für jährlich 250 Thaler. Am 18. Mai wurde Schullehrer Toellmer quisciert und zum aktiven Schul- und Kirchendienst wurde eingesetzt: Georg Leopold Gassmann von Martinfeld.
    1828   Am 22. Mai wurde Nachts gegen 22,00 Uhr der Halbmeister Ulrich Lindemann von einem Baron erstochen. Er verstarb am 23. Mai im Alter von 48 Jahren.
    1830   Am 1.Mai wurde Josef Mollenhauer als Schulze abgesetzt und Philipp Faupel als Schulze eingesetzt.
    1833   Am 3.Januar hatte der Schulze Faupel abgedankt. An seine Stelle trat am 17.Januar Hüther und wurde Schulze von Hundeshagen. Am 9.November morgens zwischen 7 und 8 Uhr fing das Haus des Witwers Josef Thiele in Hundeshagen unter dem Dache an zu brennen. In einer Stunde war die Gefahr beseitigt.
    1835   Am 4.Mai wo der Pfarrer Lillinger auf dem Kirchhofe in Berlingerode beerdigt wurde, wohnten auch sämtliche Schulkinder aus Hundeshagen unter Aufsicht ihres ehrenwerten Lehrers Gaßmann dem Leichenzug bei. Sichtbar äußerten sich bei diesen Kleinen, wie ungern sie Ihren Pfarrer entbehrten . Am 22. Mai besuchte der Schulrat Boche aus Erfurt die Schule in Hundeshagen, dieselbe fand er nicht in dem gewünschten Zustande, die Schulstube schlecht und klein. Es konnte nur der allernotwendigste Schulunterricht durchgeführt werden. Auch nahm derselbe die alte baufällige Kirche in Augenschein. Er äußerte sich über den baldigen Neubau derselben und versprach dazu alle nützlichen Verwendungen bei hiesigen Behörden. Den Erfolg wird die Zeit lehren. Am 29.Juli ereignete sich dem achtbaren Musiker Johannes Beding zu Hundeshagen ein tragisches Ereignis. Frisch und gesund ging er in Gesellschaft seiner Handwerksgenossen  auf Nahrung aus, sah sich aber genötigt, nach Hause zurückzukehren, wurde dann bald von einer den Verstand in Verwirrung setzenden Krankheit befallen. In dieser Raserei ließ er niemanden unbeschädigt, er prügelte Frau und Kinder auf erbärmlichste Weise und würde sie erwürgt haben, wenn sie seiner Wut nicht entflohen wären. Auch hätte er bald seine Nachbarin ermordet. So wie sich seine Wut auf Menschen erstreckte, so erstreckte sie sich auch auf leblose Gegenstände. Er zerstörte alles, was ihm in die Finger kam. Da sah sich der Ortsvorstand genötigt, ihn an eine Kette zu legen. Nach wenigen Wochen waren seine Kräfte am Ende und Verstarb im 42.Lebensjahr
    1838   Pfarrer Zehrt stellt den Antrag auf die Errichtung einer Pfarrei in Hundeshagen
    1843/1844   Es ist in Hundeshagen ein neues, für drei Klassen eingerichtetes Schulhaus von der Gemeinde gebaut worden. 600 Thaler wurde an Unterstützung gegeben. Es wurde eine hölzerne Kirche gebaut für die Summe von 4085 Thaler von dem Maurermeister Josef Klapprott aus Lüderode. Die Bausumme gab der König als Gnadengeschenk und die Einwohner leisteten Hand und Spanndienste.
    Am 5.Oktober 1845 wurde die Kirche durch ein Mitglied des Hochwürdigen Bischöflichen Kommissariates zu Heiligenstadt, Dr. Conrad Zehrt unter Assistenz mehrerer benachbarter Geistlicher eingeweiht. Das alte Kirchen- und Schulgebäude stand im Oberdorfe (heute Kiel unterhalb des Friedhofes) auf der rechten Seite ungefähr 400 Schritte von den neuen Gebäude entfernt. Die Musiker des Ortes stiften eine Statue der "Heiligen Cäcilia ", Schutzpatronin der Musiker.
    1845   Im Januar 1845 begann Schullehrer Wehenkel den Unterricht in den neuen Räumen der Schule mit 260 Kindern.
    1847 Es wurde durch den Bischof Franziskus die Lokalkaplanei in Hundeshagen errichtet. Die Urkunde ist datiert: Paderborn, den 26.Oktober 1847. Das Präsentationsrecht wurde dem König von Preußen zugestanden (jährlich 200 Thaler). Derselbe hat jedoch dieses Recht nie ausüben können, da sich für die geringe dotierte Prüfung kein Bewerber meldete. Als Kaplanwohnung wurde der nach der Straße zu gelegene Teil des Schulgebäudes genutzt, da er für Schulzwecke nicht genutzt wurde und auch dafür nicht ausgebaut war. Diese Wohnung ist von Kaplänen bis zum Jahre 1905 bewohnt worden.
    1849   Es wurde eine Feuerwehrspritze angeschafft von der Gemeinde 1860 In der Fremde verstarben bis 1880 20 junge Menschen. Es ist alles viel schwerer geworden.
    1863 Am 21. d. Monats ist unweit von Hundeshagen die Leiche der Witwe Faßhauer und am 22.d.Monats auf dem Wege von Steinbach nach Hundeshagen die Leiche des Lehrers Pfeil aus Hundeshagen gefunden worden. In beiden Fällen soll das stattgefundene Unwetter Ursache des Todes sein. Josef Wand ist zum ersten Lehrer der Katholischen Schule Hundeshagen ernannt.
    Der Tischler Wilhelm Müller ist für die Zeit vom 1.Juli des Monat bis ultimo Dezember 1866 zum dasigen Ortserheber erwählt, bestätigt und verpflichtet worden. Dies öffentlich zur Kenntnis.
    Teistungen, den 7.August 1863        Der Königliche Landrat                                          i.A. der Kreis-Sekretär                                                    Lanz
    Seelenzahl von 1861 Hundeshagen mit Eylungen und dem Forsthaus Eichholz 1258 Seelen.
    Der zur Versorgung berechtigte Jäger August Jacob ist zum Königlichen Fortsaufseher ernannt und mit der Verwaltung der Fortsaufseherstelle zu Hundeshagen, Oberförsterei Reifenstein beauftragt.
    Minus - Licitation
    Zur Verdingung des Ausbaues der Kaplaneiwohnung zu Hundeshagen an den Mindestfordernden - zu 768 Thalern veranschlagt - ist ein Termin auf Dienstag, 29.d.Monats im Sauer'schen Gatshause daselbst anberaumt, wozu qualifizierte Bauunternehmer mit dem Bemerken eingeladen werden, daß die im Bau zu Grunde liegende Bedingungen beim Schulzen Heddergott zur Einsicht offen liegen.

    Hundeshagen, den 18.Dezember 1863      Der Schul- und Ortsvorstan

    1864     Mühlen - Verkauf
    Meine bei Hundeshagen belegene sogenannte Ober - Mühle mit einer Mahlanlage, Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, zwei Morgen Land, ein halber Morgen Obst- und Gemüsegarten und Holzscheine, beabsichtige ich aus freier Hand zu verkaufen.
    Hundeshagen, den 19. Februar 1864    Müller Franz Raab

    Der bisherige Schullehrer zu Faulungen, Johannes Mainzer ist erster Schullehrer an unserer Schule.
    1864     Der Schöppe Sauer zu Hundeshagen beabsichtigt am 29. und 30. d. Monats eventuell bei ungünstiger Witterung 02. und 03.d.Monats ein bei dem Gute Eylungen gelegenes Stück von 70-80 Morgen Heide abzubrennen, was hierdurch öffentlich zur Kenntnis gebracht wird.

    Worbis, den 26.April 1864    Der Königliche Landrat Frantz

    10 Tahler Belohnung
    Am Communikationswege von Teistungen nach Hundeshagen und an der Chausee sind gegen 100 Stück Obstbäume abgedreht und abgeschnitten worden. Wer den Täter so anzeigt, daß derselbe zur gerichtlichen Untersuchung und Bestrafung gezogen werden kann, erhält eine Belohnung von 10 Thalern.

    Teistungen, den 18.April 1864    Der Ortvorstand Kullmann-Schulze

    Am 18.Juni d.J. Nachmittags 2 Uhr, werden im Hüther'schen Gasthause zu Hundeshagen 1 Pferd, 1 Wagen, 2 Tischen, 3 Stühle, 4 Schränke,
    3 Laden, 1 Bettstelle, 1 Wanduhr, 1 Spiegel, 1 Futterbank und andere Gerätschaften - gegen bare Bezahlung - verkauft.

    Worbis, den 30.Mai 1864  Schuchardt gerichtlicher Auctions-Kommissar

    1865 500-600 Stück veredelte Äpfel- und Birnenstämmchen stehen zum Verkauf auf dem Gute Eylungen bei Hundeshagen. 60-63 Thaler Gemeindegelder liegen in der Gemeinde Hundeshagen zum sofortigen Ausleihen gegen 5 pct.Zinsen bereit. Nähere Auskünfte erteilt der Schulze Heddergott.

    Verdingung
    Fortsetzung des Chauseemäßigen Ausbaues des Communicationsweges von hier nach Teistungen, ungefähr 40 Ruthen lang, soll die erforderliche Erdarbeit der dies föllige Steinschlag, sowie die Herstellung der Pack- und Deckenlage an den Mindestforderungen, Sonnabend den 26.d Monats Vormittags 10 Uhr im hiesigen Schullokale verdingen werden, wozu Unternehmungslustige hierdurch eingeladen werden.         Hundeshagen, den 20 August 1865  Der Schulze Heddergott

    1866     Der Vertrag der Eisenbahn Leinefelde-Gotha ist am 12.01.1866 in Erfurt unterschrieben worden. Die Generalversammlung der Aktionäre ist am 19.2.1866 in Gotha anberaumt.

weiter