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Musikantendorf Hundeshagen

1866-1867   Warnung
Hiermit warnen wir jeden über das , nahe dem hiesigen Orte zwischen Friedrich Schindler einerseits und Philipp Frankenstein und Johannes Bode andererseits belegte Ackerland zu gehen. Widrigenfalls sehen wir genötigt die gesetzlichen Strafen zu beantragen.
Hundeshagen hat mit Eylungen und dem Forsthaus Eichholz 1246 Einwohner.
Der bisherige provisorische Lehrer Johannes Lier ist als zweiter Schullehrer der katholischen Gemeinde Hundeshagen angestellt worden (07.04.1866).
1867 Am hiesigen Schulgebäude bedarf es einer Reparatur, betreffend von Zimmer- und Maurerarbeiten. Es sollen 7-8 beinahe durchgefallene Säulen durch neue ersetzt werden, sowie auch ein neues Pflaster von der Kirche bis zur Schule führend, soll im Winter der Minus-Licitation verdungen werden. Hierzu steht der Termin auf Mittwoch, den 13. Februar des Jahres, morgens 11,00 Uhr im Wilhelm Kruse‘schen Gasthause hier an, zu welchem Unternehmer mit dem Bemerken eingeladen werden, daß der Kostenanschlag von heute ab bei mir eingesehen werden kann und die näheren Bedingungen bekannt gemacht werden.
Hundeshagen, den 3. Februar 1867     Der Schulze Heddergott

Einige Hundert Morgen Land bei Eylungen gelegen, beabsichtige von Martini des Jahres ab anderweit zu verpachten. Pachtlustige wollen sich bitte bei mir melden.
Teistungen, den 12. Juni 1867  v. Westernhagen Kreisgerichtsrat

Nach der amtlichen Anzeige des Kreistierarztes Mummenthey sind unter den Schafen der Gemeindeherde zu Hundeshagen die natürlichen Pocken ausgebrochen. In dem ich dies zur öffentlichen Kenntnis bringe, empfehle ich ihnen zugleich bei der Vermeidung der angedrohten Strafen die genaue Befolgung der in der Polizeiverordnung der Königlichen Regierung zu Erfurt vom 28.März 1865 - abgedruckt in Nummer 31 des Kreisblattes pro 1865 - vorgeschriebenen Vorsichtsmaßregeln.
Worbis, den 6.Juli 1867    Der Königliche Landrat Franz

Unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachung vom 6.Juli d.J.(Kreisblatt Nr. 53) bringe ich hierdurch zuröffentlichen Kenntnis, daß die Pockenkrankheit unter den Schafen der Ökonomen Philipp Sauer, Carl Hüther und Kruse zu Hundeshagen erloschen ist.
Worbis, den 31.August 1867 Der Königliche Landrat   Franz

um 1870 Jedes Jahr ziehen 20-30 Kapellen in alle Teile Deutschlands und angrenzende Länder und Spielen auf Kirmes, Festen und Jahrmärkten, wie Münchener Oktoberfest, Fürther Kärwa, Bremer Freimarkt, Ulmer Dult, Kölner Karneval, in vielen größeren und kleineren Orten, aber auch auf Familienfesten.
1871 Mein weißer Hund mit schwarz-weißem Kopf, gestutzten Ohren und Schwanz ist in der Nacht vom 9.zum 10.d. Monats abhanden gekommen. Wer mir über den Verbleib des Hundes und Erlangung desselben Auskunft geben kann, erhält eine gute Belohnung. Ferdinand Zellermann in Hundeshagen
1872   Verdingung
1. Der zu 1215 Thlr. veranschlagte Neubau einer Schulscheune nebst Stallung und Einfriedung des Hofraumes
2. Die zu 367 Thlr.15 Sgr. veranschlagte Umdeckung des bisherigen Kirchendaches mit Groß-Allmeröder Ziegeln und
3. Die von 81  3/4 Hundert Ziegeln von Groß-Allmerode soll im einzelnen oder auch im ganzen auf den 25.d.M. Morgens 10 Uhr im Johannes Mollenhauer'schen Gasthause hierselbst Mindestforder ist verdingen werden. Die Bedingungen werden im Termine bekannt gemacht und durch die Kostenanschläge können auch vorher im hiesigen Schulzenamte eingesehen werden. Hundeshagen, den 12. November 1872   Der Ortsvorstand
1873   Gründung des Männergesangvereins "Concordia"
1879   Ein "Klinger" Musikant namens Christoph Borchardt zieht bis nach Spanien und spielt dort Eichsfelder Kirchenlieder.
1883   In Hundeshagen wurde eine Postargentur eröffnet.
1886   Der gerade 12 -jährige Bub Christoph Hunold I mußte mit der Kapelle des August Mollenhauer wochenlang durch grund- und endlose Pfade im Steppenstaub des zaristischen Rußland's wandern und musizieren.
1889   Die Straße nach Breitenbach wird erbaut
1892   Die Straße nach Teistungen wird erbaut. Beide Straßen werden in den Folgejahren weiter ausgebaut.
1895   Der Musikverein " Eintracht " wird gebildet. Mitglieder sind alle, die sich der Musik gewidmet hatten und im Wandergewerbe tätig waren oder sind. Für den Verein wird ein großes Orchester gebildet.
um 1900 Alljährlich ziehen 10-12 Blaskapellen hinaus, vorwiegend nach Posen, Pommern, Ost- und Westpreußen. Auch die Gründung der Zigarrenfabrik im Ort bringen die Hundeshagener von ihrer Wanderlust nicht ab.
1908   Von 1362 Einwohnern Hundeshagen's sind 600 Musiker 488 männliche und 112 weibliche gehen auf Wanderschaft. Dieses sind 40 % aller Dorfbewohner. Von diesen sind 163 männliche und 6 weibliche als Meister oder auf eigene Rechnung tätige Personen.
1912 Die Zahl der Blaskapellen nimmt ab. Der Grund hierfür lag an der Bildung von Musik- und Militärkapellen. Viele der ehemaligen Blasmusiker ziehen nach dem Vorbild von Italienern als Drehorgelmänner durch die Lande(3.Zweig der Hundeshagener Volksmusik).
1914   64 Hundeshagener sind Drehorgelspieler. Es kommt die Kunst des Gläserspielens auf, eine besondere Art des Musizierens.
1922   Die Hundeshagener Haushalte erhalten elektrische Beleuchtung.
1925   Gründung des Turnvereins "Germania". Dieser schuf die Badeanstalt und einen Sportplatz.
1925 Bau eines Landjägerdoppelhauses in Hundeshagen
Worbis, den 06.Juli 1926
Betr: Bau eine Landjägerdoppelhauses mit Verfügung vom 12.Juli 1925.
Der durch nebengenannte Verfügung genehmigte Bau eines Zweifamilienhauses für Landjägereibeamte in Hundeshagen ist fertiggestellt. Die Beamten haben am 5.d.M. die Wohnungen bezogen. Ich bitte zu veranlassen, daß den Beamten Überlandjäger Brodmann und Mühlhause die fällige Miete ab 5.diesen Monats in Abzug gebracht wird.
Vertrag Zwischen dem Kreiskommunalverbande des Kreises Worbis, vertreten durch den mit Generalvollmacht d.d. Worbis, den 10.Juni 1924 versehenen Ersten Kreisausschußobersekretär Josef Hollenbach zu Worbis, Kreis Worbis einerseits und dem Landrat des Kreises Worbis, zu Worbis als Vertreter des Regierungspräsidenten in Erfurt andererseits, wird unter dem Vorbehalte der Genehmigung des Herrn Ministers des Innern, nachstehender Vertrag vereinbart. Der vorgenannte Kommunalverband verpflichtet sich auf dem zu Hundeshagen belegenen Grundstück Kartenblatt. I Parz.1077 zum 1.Juli 1926 ein Wohngehöft für die in Hundeshagen stationierten 2 Landjäger z.F. zu erbauen dasselbe bis zum 1.Juli 1926 beziehbar fertig zu stellen und vom vorgedachten Zeitpunkte ab, an den Preußischen Staat zu vermieten. Das Gehöft ist nach Maßgabe der vom Regierungspräsidenten in Erfurt genehmigten Zeichnungen erbaut worden. Jede der beiden Wohnungen enthält im: Hauptgebäude: Kellergeschoß, 1 Waschküche, 2 Kellerräume
Erdgeschoß: 2 Wohnzimmer, 1 Küche, 1 Speisekammer
Obergeschoß: 2 Wohnräume, 1 Bodenkammer
Stallgebäude: 1 Abort, 1 Ziegen-,1 Schweine-,1 Holzstall
Der Kommunalverband Worbis vermietet das vorbezeichnete Gehöft an den Preußischen Staat vom 1.Juli 1926 ab zur Verwendung als Wohnraum für 2 Landjäger gegen einen jährlichen Mietzins von 700 Rm, in Worten: Dieser Vertrag gilt jedesmal als auf ein ferneres Jahr verlängert, wenn nicht sechs Monate vor Ablauf der Vertragszeit von einem der beiden Teile der Vetrag gekündigt wird.
Worbis, den 5. Juni 1926 Der Landrat  Name des Vermieters        gez.Unterschrift         gez. Hollenbach        
Vorstehender Vertrag wird auf Grund des Erlasses des Herrn Ministers des Inneren vom 29.Juni 1925 G II 564 I Allg. genehmigt.
Erfurt, den 31.Juli 1926 Der Regierungspräsident In Vertretung                  gez. v. Keudell
Verhandelt, Hundeshagen, den 2.September 1929
Gemäß Verfügung des Herrn Landrats vom 31.August d.Js. -6517 L- begab sich heute der Unterzeichnete nach Hundeshagen um die vom Oberlandjäger Mühlhause bis einschließlich 31.August 1929 innegehabte Dienstwohnung abzunehmen. Im Beisein des Oberlandjägers Mühlhause wurde dessen bisherige Dienstwohnung von dem Unterzeichneten Oberlandjägermeister im ordnungsge- mäßen Zustande übernommen und an dessen Nachfolger Landjäger a.Pr.Andermann übergeben. Für Oberlandjäger Mühlhause hat die Nutzung der Dienstwohnung am 31.August 1929 geendigt und für Landjäger a.Pr. am 1.September 1929 begonnen. Letzterer ist über das beflaggen seiner Dienstwohnung belehrt. Ein Mietvertrag konnte, weil nicht vorhanden, weder abgenommen noch übergeben werden.
1930   Die Straßenbeleuchtung wurde installiert
1933 Der Turnverein löste sich auf Hundeshagen, den 3.September 1933. Mit dem 1.April 1933 hatte ich meinen Dienst als Überlandjäger auf Probe in Hundeshagen angetreten. Vom gleichen Tage an bewohne ich, die für den Landjäger Posten I bestimmte Dienstwohnung in Hundeshagen. Meine Familie ist in der früheren, in Potsdam, Ruinenbergstr.15 verblieben. Für die Wohnung in Potsdam bezahle ich monatlich insgesamt 54 RM Miete. Den Wohnungsumzug von Potsdam nach hier, hoffe ich nach meiner Anstellung in der Landjägereivornehmen zu dürfen. Während meiner Abordnung zur Landjägereischule ist meine Dienstwohnung, die ich behelfsmäßig eingerichtet hatte, geräumt und unbewohnt. Die Schlüssel werde ich bei der Landjägereiabteilung in Worbis niederlegen. Mir ist es nicht möglich, neben den Krankenhauskosten für meine Frau in Potsdam (St.Josef-Krankenhaus) die Miete für zwei Wohnungen aufzubringen. Ich bitte daher nur, während meiner Abordnung zum Lehrgang mir das Wohnungsgeld für meine Wohnung in Hundeshagen zu erlassen.
Oberlandjäger a.Pr. Grieß
Worbis, den 6.September 1933
Urschriftlich dem Regierungspräsidenten in Erfurt weitergereicht. Der Oberlandjäger auf Probe Grieß in Hundeshagen ist durch dortige Verfügung vom 23.08.d.Js. Ne.2811 - IPL - zur Teilnahme an den Lehrgang an der Landjägereischule Trier für die Zeit vom 9.September bis 21.Dezember 1933 abkommandiert.
Verhandelt, Hundeshagen, den 1.Februar 1934
Infolge Versetzung nach Zwinge Kreis Worbis mit Wirkung vom 1.Februar 1934 habe ich die Dienstwohnung in meinem bisherigen Standort heute, 1. Februar 1934 geräumt v.g.u.  Robert Grieß 
Hundeshagen, den 09.03.1934
Mit Wirkung vom 1.März 1934 nach Hundeshagen einberufen. Ich habe den Dienst am 1.März angetreten und die Dienstwohnung in Hundeshagen übernommen. Da ich unverheiratet bin, und noch keinen eigenen Wohnsitz besitze, bewohne ich nur ein 1 Zimmer in der Dienstwohnung. Ich bitte daher, mir nur dieses eine Zimmer bei Abzug der Miete in Anrechnung zu bringen. gez.Wippermann Gend.-Wachmeister a. Pr. Wippermann
19.12.1933 Der Gemeinderat beschließt, daß die Reparatur in der neuen Schule zurückgestellt werden muß, denn ein Darlehen kann nicht aufgenommen werden und aus eigenen Mitteln ist es gar nicht möglich die Beseitigung des Schwammes vorzunehmen zu können, da die Gemeinde in sehr schwierigen Verhältnissen steht, welches ja wohl dem Kreisausschuß bekannt sein dürfte.
30.12.1933 Für die Schwesternstation soll in diesem Winter 3 Meter Kiefernbrennholz zum Feuer anmachen unentgeltlich gegeben werden. Das Brennholz am Fuchsberge soll den Arbeitern, welche dabei gearbeitet haben, zum Tagespreis a 3,00 Mark je Meter überlassen werden.
1934 Karl Hottenrott wurde auf seiner Tour mit der Drehorgel durch Mecklenburg von einem Münchener Zeitungsjungen interviewt. Es stand eine Familiengeschichte der Hottenrotts (erschienen in der Morgenpost).
20.06.1934 Die Renovierung des Saales soll vergeben werden an hiesige Maler, wenn Sie die Arbeit für den selben Preis liefern wollen wie der Kostenvoranschlag von Grimm aus Breitenbach.
11.07.1934 I. Eine Beihilfe für Reparatur und Erneuerung des Kraftwagens für den Regierungsobersekretär Brandenburger wurde abgelehnt, da die Gemeinde selbst sich in einer sehr schlechten wirtschaftlichen Notlage befindet.
II.Das Bier, welches die Feuerwehr bei der Spritzenprobe getrunken hat, soll von der Gemeinde bezahlt werden unter Anrechnung des für die Feuerwehr angesetzten Jahres Etats.
Worbis, den 13. November 1934
Der Gendarmeriemeister Tute, früher in Uder ; Kreis Heiligenstadt / Eichsfeld hat am 1.d.Mts. seinen Dienst im Postenbereich Hundeshagen angetreten. Vom gleichen Zeitpunkt ab ist ihm die Wohnung des Gend. Hauptwachtmeister auf Probe Wippermann in Hundeshagen zugewiesen. Gend.Hauptwachtmeister Wippermann befindet sich bis 21.12.d.Js. auf der Gend.Schule in Trier. Dem Landrat in Heiligenstadt habe ich davon in Kenntnis gesetzt. Wippermann ist gleichzeitig benachrichtigt. Die Benutzung der Dienstwohnung in Hundeshagen endet am 1.März 1935.
1935   Die Harfenmädchen aus Hundeshagen waren auf der "Fürther Kirmes" und eröffneten diese.
09.01.1935 Das Bauholz zum Bau einer Leichenhalle soll von der Gemeinde unentgeltlich geliefert werde.
13.02.1935 Die Anschaffung einer Kleinmotorspritze wird abgelehnt, da uns bei einem Brande die Kreismotorspritze zur sofortigen Verfügung steht und die Gemeinde auch keine Mittel zur Verfügung hat.
17.02.1935 Die Gemeindewirtschaft wurde an den Schlachtermeister Rudolph Weber aus Steinbach zu einem Pachtzins von jährlich 2000 Rm ab 01.04.1935 auf 6 Jahre bis zum 31.03.1941 verpachtet.
27.02.1935 Der Brunnen im Katzhagen soll neu ausgebracht und mit einer Pumpe versehen werden. Anton Blaschkowski soll den Brunnen reinigen, die Brunnenrohre soll Langlott selbst stellen. Der Brunnen auf der Freiheit soll besichtigt werden.
19.03.1935 Den Brunnen auf der Freiheit will Langlott fix und fertig liefern für 30 Rm. Betreffs des Freiheiter Brunnens soll Langlott spezielle Rechnung vorlegen, eine für Borbrunnen, eine für Ausschachtungsbrunnen. Von den Malerarbeiten in der Gemeindewirtschaft sollen Kostenvoranschläge eingereicht werden von Egert und Ringleb.
Worbis, den 26.März 1935
Der Gend. Hauptwachtmeister Gentemann nimmt zur Zeit und zwar bis 15. April 1935 an einem Lehrgang auf der Gend. Schule in Trier teil. Nach erfolgreicher Beendigung des Lehrganges wird Gentemann sofort den Umzug von Osnabrück nach Hundeshagen ausführen. Gentemann hat die Dienstwohnung in Hundeshagen am 31.März 1936 geräumt.
27.03.1935 Zum Brunnen im Katzhagen soll ein Eisendeckel besorgt werden. Kostenvoranschlag soll von Goldmann und von Ferna eingeholt werden. Für den Brunnen in der Dautel soll Langlott am nächsten Sonntag 3 Uhr Nachmittags bestellt und die Beiräte entscheiden zum entgültigen Entschluß. Die Renovierung der Gemeindewirtschaft wurde dem Maler Florentin Egert zum Preise von 110 Rm übertragen. Die Arbeiten haben laut Kostenvoranschlag zu erfolgen.
31.03.1935 In der Dautel soll ein Borbrunnen gemacht werden zum Preis von 150 Rm, derselbe ist dem Brunnenbauer Langlott Berlingerode übertragen, der Deckel zum Brunnen im Katzhagen wird von Langlott für 8 Rm geliefert. Der Brunnen in der Dautel soll innerhalb 8 Tagen angefangen werden und fertig bis Ostern 1935. Ist er nicht fertig, so wird für jeden Tag 5 Rm in Abzug gebracht. Der Brunnen im Katzhagen soll nochmals gereinigt werden. Unterschrift : Josef Langlott
11.04.1935 Der Brunnen auf der Freiheit soll an der beabsichtigten Stelle errichtet werden.
07.04.1936 Auf Beschluß des Gemeinderates wird eine Schreibmaschine vom Typ "Olympia" im Werte von 220,50 Rm gekauft.
Worbis, den 6.Mai 1936
Gend.Hauptwachtmeister Willy Schulz wird am 1.Mai 1936 nach Hundeshagen versetzt. Er verstarb am 09.Mai 1939 im Alter von 40 Jahren. Seine Ehefrau Elisabeth Schulz, geb. Maue, hat die Dienstwohnung in Hundeshagen am
07.Juni 1939 geräumt und nach Duisburg-Ruhrort, Thielenstr.3 verzogen.
1936   Es erfolgte die Aufnahme der Hundeshagener Wandermusikanten in die Reichsmusikkammer. Damit verbunden war ein Verbot des Auftritts in Großstädten.
1937   Nach etwas mehr als einem Jahr Mitgliedschaft in der Reichsmusikkammer, werden die Hundeshagener Musiker wieder ausgegliedert.
22.06.1937 Die Badeanstalt wird von Seitens der Gemeinde, als Eigentum abgelehnt, da selbige sich in einem verwahrlosten Zustande befindet und aus finanziellen Gründen nicht übernommen werden kann. Das Angebot vom 20.08.1935 kann nicht aufrecht erhalten werden, da die jetzige Instandsetzung derselben den Betrag von 600 Rm weit übersteigen würde.
28.07.1937 Gegen die Übernahme der Badeanstalt auf die Gemeinde werden von den Gemeinderäten folgende Bedenken erhoben: I. Instandsetzung und Erhaltung der Badeanstalt. II. Besoldung eines staatlich geprüften Bademeisters, da die Badeanstalt vorwiegend von Kindern benutzt wird, da alle Erwachsene beruflich in der Fremde sind, ist mit einer wesentlichen Einnahme nicht zu rechnen. Die Finanzierung konnte unter diesen Verhältnissen schon von den Turnverein nicht aufrecht erhalten und durchgeführt werden.
11.03.1938 Friedhofsordnung sowie Benutzungsgebühren wird zur Genehmigung eingereicht.
11.03.1938 Die Gemeinde ist gewillt, die Badeanstalt zu übernehmen. In Anbetracht der hohen Instandsetzungskosten und der finanziellen Notlage der Gemeinde wird gebeten, den Kaufpreis auf 300,00 Rm zu ermäßigen.
27.06.1938 Die Übernahme der Badeanstalt wird bis zur nächsten Sitzung zurückgestellt.
27.07.1938 Das Angebot des Herrn Regierungspräsidenten in Erfurt an die Gemeinde Hundeshagen auf die Übernahme der Badeanstalt für 300,00 Rm wird entgegen genommen.
1939   Die Antragsteller auf einen Wandergewerbeschein werden ärztlich untersucht und soweit sie arbeitsfähig waren, vom Arbeitsamt auf Arbeitsplätze geschickt. Außer einigen alten Männern zogen nur noch wenige hinaus.
30.03.1939 Hundeshagen tritt dem Deutschen Roten Kreuz bei.
28.06.1939 Hundeshagen hat 1558 Einwohner. Die Waschküche in der Schule erhält im Sommer 1939 eine Beleuchtungsanlage. Auftrag erhielt Franz Hölscher aus Leinefelde für 61,90 Rm.
23.08.1939 Die erste Klasse erhält 24 neue Schulbänke (12 Stück Größe 6 / 12 Stück Größe 7) Preis : 633,60 Rm
Worbis, den 14. November 1939
Der Hilfsgendarm Göbel bewohnt ab Oktober 1939 die Dienstwohnung. Als Vergütung für die Inanspruchnahme der Wohnung werden 12 Rm einschließlich Lichtanlage als angemessen in Vorschlag gebracht.
21.03.1940 Die Badeanstalt soll mit einem lebenden Zaun versehen werden.
Worbis, den 12.September 1942
Hauptwachmeister Gend.Bähring bezieht am 10.09.1942 die Dienstwohnung. Die monatliche Miete beträgt 27,26 Rm.
Am
15.Dezember 1943 erschien auf der Dienststelle der Hauptwachmeister der Gend.Johannes Wolf und meldete, daß er in Berlin in seiner dortigen Wohnung Totalbombenschaden erlitten hat. Aus diesem Grund wurde seine Ehefrau mit der 15.jährigen Tochter dort vorläufig untergebracht. Der Bürgermeister in Hundeshagen hat seine Zustimmung gegeben.
Worbis, den 21.Mai 1949
Von Bischofferode nach Hundeshagen wird versetzt der Überwachungsbeamte Thiel. Er bittet darum eine Garage für seinen PKW errichten zu lassen. Die Dienstwohnung wurde von ihm am 8.Juli 1947 geräumt.
30.08.1947 In Hundeshagen gibt es einen Ziegenzuchtverein.
22.12.1947 Änderung des Kriegerdenkmales. Der Zaun soll entfernt und die Bäume gefällt werden. Weiter wurde beschlossen, die Anlage zu verkleinern und zum Frühjahr Zierbäume zu pflanzen.
25.02.1949 Anteilige Kosten der politischen Gemeinde Hundeshagen zu der baulichen Unterhaltung des Pfarrgebäudes in Berlingerode; 10 von 13 Stimmen stimmten dafür, 50 % der angefallenen Kosten dafür zu übernehmen, wie vereinbart.
22.07.1949 Der Entwurf des Gemeindesiegels im Bild Geige, Flöte und Trompete wurde aufgenommen.
23.08.1949 Die Landstraße (staatliche Straße) auf dem Zehnsberg muß von der Gemeinde mit 830,00 DM finanziert werden.
1955   Durch die Musikschule "Franz Liszt" in Weimar unter der Leitung von Prof. Kraft und Dr.Thomas wurde das Wandermusikergewerbe erforscht. Darüber existieren Tonbänder und Filme sowie gesonderte Aufzeichnungen.
1956 Die Musiker erhalten noch einmal für ein halbes Jahr ihren Gewerbeschein, der erst das Musizieren in der Fremde ermöglicht. Durch die innerdeutsche Teilung ist dieses nur auf dem Gebiet der DDR möglich.
1960   Durch die Ansiedlung und den Ausbau von Industriebetrieben auf dem Eichsfeld (Baumwollspinnerei Leinefelde, Zementwerk Deuna, Zentronik Worbis, Solidor Heiligenstadt u.a.) wurde auch die Tätigkeit der Hundeshagener Bevölkerung immer besser und Seßhaftigkeit wurde gewissermaßen erzwungen. Die Wanderschaft der Musiker hatte somit sein Ende.