Musikantendorf Hundeshagen

Gründung


Geschichtliches von Hundeshagen

aufgeschrieben vom Ortschronisten Gerhard Trunkhan


Hundeshagen ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Eichsfeld.

Hundeshagen wurde erstmals am 15. April 1282 urkundlich erwähnt. Westlich des Ortes lag die Burg Westernhagen, welche von einem künstlichen Wasserlauf umgeben war. Die Ritter von Westernhagen erwarben das Patronatsrecht der Kirche von Hundeshagen vom Kloster Teistungenburg (siehe Originalurkunde im Staatsarchiv Magdeburg und im Urkundenbuch des Eichsfeldes, Teil I – Mecke Druck Duderstadt 1997).

In der Nähe des Dorfes soll es auch die Burg Osterhagen gegeben haben. Spuren sind jedoch nicht mehr nachweisbar.

Die von Westernhagen waren in mehreren Dörfern unserer Gegend präsent. Ihre und andere Burgen wurden von Bauern 1525 zerstört, wurden jedoch 1557 noch einmal genannt.

Bis zur Säkularisation im Jahre 1802 gehörte Hundeshagen zu Kurmainz. Von 1802 – 1807 war der Ort preußisch und kam dann zum Königreich Westphalen. Teil der preußischen Provinz Sachsen war die Gemeinde dann ab 1815.
Unter der preußischen Hoheit und vor allem ab Mitte des 19. Jahrhunderts häuften sich tragische Ereignisse, die Hundeshagen damals heimsuchten.

In den Jahren 1848/1849, mit Ausbruch der Deutschen Revolution, kam es auch in Hundeshagen zu Kampfhandlungen. Besondere Empörung unter den Einwohnern von Hundeshagen, veranlasste der Besitzer des Gutes Eylungen, Herr Eduard Ey, welcher den Hundeshagenern nicht gut gesonnen war. In der Nacht vom 24. März 1848 zum 25. März 1848 stürmten 1o Hundeshagener das Gut Eylungen und richteten erheblichen Schaden an. Der Aufstand wurde jedoch erstickt, als Kürassiere und Jäger aus Nordhausen den Ort besetzten, Steckbriefe veröffentlichten und zahlreiche Einwohner zu hohen Haftstrafen verurteilten. In der Strafanstalt Lichtenburg und auf dem Erfurter Petersberg wurden die Strafen vollzogen.

Nach dem zweiten Weltkrieg, von 1945 – 1949 gehörte Hundeshagen, mit seinen 1500 Einwohnern, zur sowjetischen Besatzungszone und wurde dann im Jahre 1949 ein Teil der DDR. In dieser Zeit erhielt auch Hundeshagen sein eigenes Gemeindesiegel (im Bild: Geige, Flöte und Trompete).

Von 1961 bis zur Wiedervereinigung 1989 wurde Hundeshagen auch von der Sperrung der nahen innerdeutschen Grenze beeinträchtigt. In Richtung Teistungen (Sperrgebiet) wurde auf dem „Lehmkop“ eine Sicherungsanlage, in Form einer Schranke über die Straße gebaut, die man nur mit einem gültigen Passierschein passieren konnte.

Später war dann die Schranke hinter der ersten Ziegelei.

Seit der Grenzöffnung 1990 gehört Hundeshagen wieder zum neugegründeten Bundesland Thüringen.

Hundeshagen ist auch als eichsfeldisches Musikantendorf bekannt, da hier ab dem 17. Jahrhundert das Wandergewerbe der Musikanten eine sehr wichtige Rolle spielte. Die Herren von Westernhagen hatten unterhalb ihrer Burg Osterhagen die Kolonie FREIHEIT gegründet. Hier ließ sich ein Herr Josef Neumann aus Böhmen nieder und brachte die Musik mit, die er den Hundeshagenern beibrachte. Diese zogen in die Fremde und verdienten ihr Geld als Wandermusikanten. Dabei entwickelte sich eine eigene Sprache, welche „Kochum“ genannt wird.
Diese Sprache ermöglichte eine Verständigung der Wandermusikanten außerhalb ihres Heimatortes, ohne dass außenstehende Personen den Inhalt der Gespräche mitverfolgen konnten.

Im Jahr 1957 wurden durch das SED Regime keine Wandergewerbescheine mehr ausgestellt und somit war die Ausübung des Wandergewerbes nicht mehr möglich. Das AUS der Wandermusikanten war besiegelt.

Man wollte, dass die Musiker in hiesigen Betrieben arbeiten und ihr Geld verdienen sollten.

Nun musste man sich eine andere Arbeit suchen, um für die Familie den Lebensunterhalt zu verdienen.

Nach der sogenannten Wende ist in Hundeshagen vieles positiv verändert worden; aber auch nicht alles zum GUTEN.
Vieles, wie z.B. unsere Schule, Verkaufseinrichtungen u.v.a.m. gibt es leider nicht mehr. Die Marktwirtschaft hat unsere Gemeinde, wie alles anderen auch, voll im Griff.

Hundeshagen ist eine Mitgliedsgemeinde in der Verwaltungsgemeinschaft Lindenberg/Eichsfeld, mit ihrem Sitz in Teistungen.

Mit Beschluss des Gemeinderates will Hundeshagen aus der Verwaltungsgemeinschaft austreten und sich der Stadt Leinefelde-Worbis anschließen, da man sich eine bessere Verwaltung verspricht, was die Verhandlungen auch gezeigt haben.

Voraussichtlich wir dieses ab Juli 2018, mit Zustimmung des Landkreises Eichsfeld und des Thüringer Landtages, passieren.